Feb 052012
 

Im Jahr 2005 habe ich mit Björn Dieding von xrow bei meinem damaligen Arbeitgeber Mobotix das Web-CMS ez publish eingeführt, das als eine der umfangreichsten PHP-Anwendungen gilt. Für eine PHP-Anwendung war es damals schon recht schlüssig konzipiert und vor allem sehr Feature-reich. Und es kamen ständig neue Features hinzu, viele davon open source. Herr Dieding erklärte mir, dass das in Norwegen so üblich sei: Sowohl öffentliche als auch private Auftraggeber benötigen ein Feature, z.B. eine Kalenderkomponente oder ein Shopsystem, und lassen es bei ez.no entwickeln (also zahlen dafür). Dann erlauben sie ez.no, es der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.

Würden deutsche Kunden (und hier habe ich vor allem meine momentanen Kunden, die Verlage, im Blick) ähnliches tun? Wahrscheinlich nicht. Zum einen sitzen die Petro-Kronen hier nicht so locker wie in Norwegen. Aber ich glaube, der allgemeine Wohlstand ist nicht der Hauptgrund für den vermeintlichen Altruismus der Norweger. Vielmehr ist es die nüchterne Betrachtung, sowohl auf Kunden- als auch auf Softwareanbieter-Seite, dass ein nichtexklusiv weiterentwickeltes Produkt deutlich stabiler und umfangreicher wird, als man es für das gleiche Geld exklusiv erhalten würde.

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