Jan 042011
 

Dies ist ein Platzhalter für den englischsprachigen Beitrag EPUB3: “Blessed Vocabularies” for Interactive Publications”.

Der gegenwärtige EPUB3-Entwurf sieht im Prinzip zwei Realisierungsmöglichkeiten für Interaktivität vor: normales Scripting in HTML-Seiten oder eine Variante, in der man in rechteckigen Bereichen (à la Video-Einblendung) beliebige Daten von einem Script interaktiv darstellen lassen kann. In dem Beitrag argumentiere ich, dass die Einschränkung auf rechteckige Bereiche und das Fehlen eines kanonischen Markups für gängige Anwendungsfälle (z.B. Multiple-Choice-Test) dazu führen wird, dass die EPUB-Ersteller auf das flexiblere normale Scripting ausweichen werden.

Ein Buchinhalt, der fast nur aus Script besteht, ist aber für Sehbehinderte i.d.R. schwer zu lesen, und er ist auch teuer in der Herstellung.

Eine Neuerung in EPUB3 ist RDFa, also semantische Information in HTML-Attributen. Solche Attribute könnte man verwenden, um die Fragen und die richtigen Antworten des Multiple-Choice-Tests auszuzeichnen. Ein Script könnte dieses semantische Markup leicht auswerten und den Inhalt in eine interaktive Frage-Antwort-Anwendung verwandeln. Die Vorteile wären: der Inhalt stellt sich auch ohne Script wie normaler statischer eBook-Inhalt dar, und der Inhalt lässt sich wesentlich kostengünstiger erstellen.

Der zweite Teil des Vorschlags lautet: das IDPF soll Standard-RDFa-Vokabulare wie z.B. solche für Multiple-Choice-Tests „segnen“ und dafür sorgen, dass freie Standard-Implementierungen existieren, die die Reader-Hersteller verwenden können. Dann ist sichergestellt, dass Standard-Inhaltsarten als rein deklaratives Markup kostengünstig und barrierefrei angelegt werden können und von der Masse der Reader in sinnvoller Weise dargestellt werden.